Die Systeme, die Lernen ermöglichen und begrenzen
28 August, 2026
Lernen verändert das Langzeitgedächtnis (Sweller 2023).
Alles, was ins Langzeitgedächtnis gelangen soll, muss durch das Arbeitsgedächtnis.
Das Arbeitsgedächtnis hat enge Grenzen.
Diese drei Sätze erklären einen grossen Teil dessen, was gute Lehre ausmacht.
Was wir “Gedächtnis” nennen, ist eine Sammlung verschiedener Systeme mit unterschiedlichen Regeln.
| System | Kapazität | Dauer | Funktion |
|---|---|---|---|
| Sensorisch | Gross | < 1 Sekunde | Wahrnehmung puffern |
| Arbeitsgedächtnis | ~4 Elemente | 15–30 Sekunden | Halten und verarbeiten |
| Langzeitgedächtnis | Praktisch unbegrenzt | Dauerhaft | Wissen speichern |
Das Arbeitsgedächtnis ist der Flaschenhals, durch den alles bewusste Lernen hindurch muss (Sweller 2023).
Das Arbeitsgedächtnis ist der mentale Arbeitsplatz: Informationen halten und gleichzeitig etwas damit tun.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Kapazität | Ca. 4 ± 1 Elemente (Chunks) |
| Dauer | Zerfällt innerhalb von 15–30 Sekunden ohne Auffrischung |
| Verarbeitung | Typischerweise wird nur ein Element aktiv bearbeitet |
Beide Aufgaben haben fünf Elemente. Welche ist schwerer, und warum?
A) Fünf Fachbegriffe definieren
B) Dieselben fünf Begriffe in einer Argumentation verknüpfen
Das Limit liegt nicht in der Menge der Elemente, sondern in der Interaktion zwischen ihnen. In Aufgabe B müssen alle Elemente gleichzeitig zueinander in Beziehung gesetzt werden (Sweller 2023; Chen u. a. 2023).
| Niedrige Elementinteraktivität | Hohe Elementinteraktivität | |
|---|---|---|
| Merkmal | Elemente unabhängig lernbar | Elemente müssen gleichzeitig verarbeitet werden |
| Beispiel | Anatomische Strukturen benennen | Einen Patientenfall differentialdiagnostisch beurteilen |
Bearbeite Abschnitt 2: Lernziel im Analysebogen.
Alle Informationen findest du dort.
