Closing: Leitsatz, Werkzeug-Gallery, Verpflichtung (15 min)

Auf einen Blick

  • Zeit: 15 Minuten (3 Leitsatz, 5 Gallery, 5 Verpflichtung, 2 Take-Home)
  • Ergebnis: Eine schriftliche persönliche Verpflichtung mit Datum, geteilt mit deiner Cross-discipline-Partnerin
  • Format: Plenum, dann Cross-discipline-Paar
  • Leitfrage: Was nimmst du mit, und bis wann hast du es getan?

Was du jetzt hast

In drei Stunden hast du ein Spec für eine Teilaufgabe deiner eigenen Lehre gebaut, mit Skills, Knowledge Components und antizipierten Misconceptions. Du hast es in ein laufendes API-basiertes Werkzeug eingefügt und beobachtet, wie der Output sich verändert, wenn du das Spec schärfst.

Was du gemacht hast, war pädagogische Spezifikationsarbeit: möglichst klare, möglichst überprüfbare Beschreibung dessen, was im Kopf einer Lernenden in deinem Fach passieren soll.

Schritt 1: Leitsatz-Erweiterung hören (3 min)

Halt einen Moment inne. Der Leitsatz:

Das Spec ist dauerhaft, das Werkzeug ist Rendering. Dieselbe Spezifikation kann ein Scaffolding-Tool, eine Lernende-Simulation oder einen Diagnosetest treiben. Wenn nächstes Jahr ein neues Modell oder Tool kommt, bleibt das Spec gleich.

Diese Sätze sind die Pointe des Workshops: sie verallgemeinern, was du heute an einem konkreten Werkzeug erlebt hast.

Schritt 3: Persönliche Verpflichtung (5 min)

Schreib auf Papier, drei Zeilen:

  1. Eine konkrete Teilaufgabe deiner Lehre, an der du dein Spec anwenden wirst. Nicht “ich werde nachdenken über…”, sondern: diese spezifische Aufgabe.
  2. Ein konkreter Schritt (Spec gegen reale Lernenden-Antworten testen / Aufgabenstellung anpassen / Worked-Example-Generator nutzen / Misconception-Probe entwerfen).
  3. Ein Datum, bis zu dem du es getan hast.

Erzähl es deiner Cross-discipline-Partnerin. Such die Partnerin, mit der du in Block 2 zusammengearbeitet hast. Erzähl ihr deine Verpflichtung in einem Satz. Sie schreibt sich das Datum auf und meldet sich danach.

Prüf-Checkliste:

Schritt 4: Take-Home-Pointer (2 min)

Was du mitnimmst. Vier Dinge liegen auf der Take-Home-Seite bereit: das laufende Werkzeug (URL bleibt stabil), die Architektur-Erklärung in plain Deutsch, vier Skizzen für weitere Werkzeuge mit Prompt-Vorlagen, optionale Hausaufgaben (Falsifikationsnotiz, Selbst-Tun-vs-Zuschauen-Tagging).

Dein Spec, deine Verpflichtung und die Take-Home-Seite sind zusammen das, was du nach drei Stunden mitnimmst.

Adoption-Asymmetrie

Eine ehrliche Einordnung: was wir heute gemacht haben, ist individuell-rationaler Lehraufwand. Es ist nicht die Lösung des institutionellen Problems “wie integriert eine Hochschule KI in ihre Lehre”. Diese beiden Ebenen sind asymmetrisch.

Auf der individuellen Ebene zahlt sich Spec-Schreiben aus: du gewinnst Klarheit über deine eigene Lehre, du bekommst ein Werkzeug, das deine Lernenden in geringen Dosierungen unterstützen kann, und du hast eine dauerhafte Spezifikation, die mit der nächsten Modellgeneration nicht obsolet wird.

Auf der institutionellen Ebene ist dasselbe Vorgehen schwerer durchzusetzen, weil die Coordination zwischen Lehrpersonen, Lernenden, Prüfungssystemen und Verwaltung Reibungspunkte hat, die das individuelle Verfahren nicht hat. Was du heute gelernt hast, ist eine Ausgangsposition für Coordination-Arbeit, nicht der Ersatz dafür.

Diese Asymmetrie ist nicht zynisch. Sie ist die ehrliche Form der Frage “wie hilfreich war dieser Workshop?”. Antwort: er hat dir eine Disziplin gezeigt, die du selbst anwenden kannst, ohne zu warten, bis die Institution sich bewegt.

Optionale Hausaufgaben

Zwei Bewegungen, die das Closing nicht live trägt, aber für deine Weiterarbeit nützlich sind:

  • Falsifikationsnotiz. Ein Satz, der beschreibt, welches Verhalten von Lernenden deine Decomposition widerlegen würde. Disziplinierte Bewegung, zahlt sich aber erst aus, wenn du dein Spec gegen reale Lernenden-Antworten testen kannst.
  • Selbst-Tun-vs-Zuschauen-Tagging. Markiere jeden Eintrag im Spec mit Selbst-Tun-erforderlich oder Zuschauen-reicht. Das macht explizit, was die KI für diese Komponente leisten darf und was die Lernende selbst tun muss. Theoretische Heimat: Cognitive Offloading vs. Outsourcing im CAS Lernpsychologie 02-ki-und-lernen.

Beide Übungen mit vollständiger Beschreibung auf der Take-Home-Seite.

Materialien zum Mitnehmen

Eine Übergangsregel für die nächste Woche

Wenn dich nach dem Workshop noch etwas nagt: das ist normal. Drei Stunden reichen nicht, um diese Disziplin zu internalisieren. Du hast jetzt eine Vorlage, ein Werkzeug und eine Verpflichtung. In den nächsten Wochen wirst du eines davon nutzen. Das genügt.

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