Reflexion & Abschluss
Was nehme ich mit? (8 Min)
- Welche Erkenntnis aus dem heutigen Tag war am wichtigsten?
- Welche eine Änderung an meiner Lehre setze ich als erstes um? Wann tue ich dies konkret (Kalendertermin)?
- Wann bearbeite ich die Aufgabe Rückkehr zu den Vorhersagen (Kalendertermin)?
- Wie kann ich die 5 Leitfragen in meiner Lehre einsetzen?
Rückkehr zu den Vorhersagen
Erinnere dich an deine 3 Vorhersagen vom Anfang: “Was sind die wichtigsten Faktoren für effektives Lernen?”
Vergleiche:
- Was hast du am Anfang geschrieben?
- Was würdest du jetzt anders formulieren?
- Welche neuen Konzepte würdest du hinzufügen?
Dieser Moment nutzt gleich zwei Lernprinzipien: Abrufpraxis (du erinnerst dich an den Workshop) und Vorhersagefehler (die Lücke zwischen deiner Vorhersage und deinem jetzigen Wissen erzeugt informative Diskrepanzen, aus denen das Gehirn lernt).
Gruppenreflexion (10 Min)
Tausche dich über folgende Fragen aus:
Produktive vs. unproduktive Anstrengung: Welche Momente im heutigen Tag waren am anstrengendsten? War diese Anstrengung eher produktiv (Nachdenken, Verknüpfen) oder unproduktiv (Orientierungslosigkeit, unklare Anleitung)?
Scaffolding erkennen: Welche Scaffolding-Elemente hast du im Workshop-Design bemerkt? (Worked Examples vor eigenständiger Arbeit, Retrieval Practice nach jeder Pause, Chunking der Präsentationen, …)
Eine Sache mitnehmen: Was ist die eine Sache, die du morgen in deiner Lehre anders machen wirst?
3 Minuten pro Person, dann 1 Minute gemeinsame Muster identifizieren.
Plenum (5 Min)
- Muster aus den Gruppen (2 Min): Was sind die häufigsten Erkenntnisse? Welche Scaffolding-Elemente wurden erkannt?
- Parkplatz-Review (2 Min): Offene Fragen vom Flipchart/Whiteboard durchgehen. Welche wurden im Laufe des Tages beantwortet? Welche bleiben offen?
- Take-Away Message (1 Min): Siehe unten.
Wenn sich Lernen schwierig anfühlt, signalisiert das, dass lernrelevante Prozesse aktiv sind: Schemabildung, Abruf, Elaboration. Nicht die Schwierigkeit selbst, sondern diese Prozesse erzeugen das Lernen.
Gute Lehre bedeutet, Lernumgebungen zu gestalten, in denen produktive Anstrengung der natürliche Weg ist. Und gute KI-Integration bedeutet, dafür zu sorgen, dass die kognitive Arbeit bei den Studierenden bleibt.
Empfohlene Lektüre
| Buch | Fokus |
|---|---|
| Brown, III, und McDaniel (2014) | Evidenzbasierte Lernstrategien, praxisnah geschrieben |
| Ambrose u. a. (2010) | Sieben Prinzipien guter Lehre, fundiert und anwendbar |
| Willingham (2021) | Kognitionspsychologie für Lehrpersonen, sehr zugänglich |
| Dehaene (2020) | Neurowissenschaft des Lernens, vier Säulen |
| Lang (2013) | Lernumgebungen statt Kontrolle, Motivation durch Design |
| Weinstein, Sumeracki, und Caviglioli (2019) | Visuelle Einführung in Lernwissenschaft |
| Hattie und Yates (2013) | Synthese der Visible-Learning-Forschung für die Praxis |
| P. Kirschner, Hendrick, und Heal (2022) | Evidenzbasierte Prinzipien für wirksame Lehre |
| P. A. Kirschner und Hendrick (2024) | Forschungsbasierte Grundlagen des Lernens |