Offloading vs. Outsourcing

Wer denkt hier eigentlich?

Lernziele

  • Den Unterschied zwischen kognitivem Offloading und Outsourcing verstehen
  • Einschätzen, wann KI-Nutzung das Lernen unterstützt oder behindert

Die Konzepte

Kognitives Offloading

Du nutzt ein externes Werkzeug, um dein Arbeitsgedächtnis zu entlasten, während du selbst die kognitive Arbeit machst.

Beispiele:

  • Notizen machen (du formulierst, das Papier speichert)
  • Taschenrechner für Zwischenergebnisse (du planst die Rechnung)
  • KI für erste Ideen, die du kritisch prüfst und überarbeitest

Kognitives Outsourcing

Du überträgst die eigentliche Denkarbeit an ein externes System und übernimmst das Ergebnis ohne tiefe Evaluation.

Beispiele:

  • GPS-Navigation folgen, ohne die Route zu verstehen
  • KI-generierten Text übernehmen ohne kritische Prüfung

Die zwei Fragen

Key-pointKernaussage
  1. Wer evaluiert? Prüfst du kritisch, was das Werkzeug produziert?
  2. Was sollte geübt werden? Ist die ausgelagerte Arbeit das, was die Person lernen sollte?

Ein Beispiel

Jemand im ersten Semester hat einen Fehler im Python-Code. Die Person kopiert den Code in ChatGPT, bekommt eine korrigierte Version zurück, und ersetzt ihren Code damit. Der Code funktioniert, aber sie hat nicht verstanden, was der Fehler war.

Analyse: Sie evaluiert nicht (kann nicht beurteilen, ob die Lösung gut ist). Und Debugging ist genau das, was sie üben sollte. → Outsourcing, problematisch fürs Lernen.

ExperimentSzenarien diskutieren (15 min)

Arbeitet in Kleingruppen. Für jedes Szenario:

  1. Tendiert es zu Offloading oder Outsourcing?
  2. Warum? (Bezieht euch auf die zwei Fragen)
  3. Unterstützt oder behindert diese KI-Nutzung das Lernen?

Szenario 1: Im Studium nutzt jemand ChatGPT, um eine Gliederung für die Seminararbeit zu erstellen.

Szenario 2: Im Studium bittet jemand Copilot, ein komplexes Konzept zu erklären, das nicht verstanden wurde.

Szenario 3: Im Studium nutzt jemand KI als Sparringspartner, um die eigenen Argumente zu testen.

GroupDebrief (10 min)
  1. Grauzone: Die meisten Situationen sind weder rein Offloading noch rein Outsourcing. Was bestimmt, wohin es tendiert?

  2. Für euch als Lehrende: Wo könnt ihr produktiv outsourcen? Wo sollten eure Studierenden es nicht?

Key-pointKernaussage

Expert*innen können oft outsourcen, weil sie:

  • die Ergebnisse evaluieren können
  • nicht mehr lernen müssen, sondern arbeiten

Studierenden fehlt oft beides.

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