Offloading vs. Outsourcing
Wer denkt hier eigentlich?
Lernziele
- Den Unterschied zwischen kognitivem Offloading und Outsourcing verstehen
- Einschätzen, wann KI-Nutzung das Lernen unterstützt oder behindert
Die Konzepte
Kognitives Offloading
Du nutzt ein externes Werkzeug, um dein Arbeitsgedächtnis zu entlasten, während du selbst die kognitive Arbeit machst.
Beispiele:
- Notizen machen (du formulierst, das Papier speichert)
- Taschenrechner für Zwischenergebnisse (du planst die Rechnung)
- KI für erste Ideen, die du kritisch prüfst und überarbeitest
Kognitives Outsourcing
Du überträgst die eigentliche Denkarbeit an ein externes System und übernimmst das Ergebnis ohne tiefe Evaluation.
Beispiele:
- GPS-Navigation folgen, ohne die Route zu verstehen
- KI-generierten Text übernehmen ohne kritische Prüfung
Die zwei Fragen
- Wer evaluiert? Prüfst du kritisch, was das Werkzeug produziert?
- Was sollte geübt werden? Ist die ausgelagerte Arbeit das, was die Person lernen sollte?
Ein Beispiel
Jemand im ersten Semester hat einen Fehler im Python-Code. Die Person kopiert den Code in ChatGPT, bekommt eine korrigierte Version zurück, und ersetzt ihren Code damit. Der Code funktioniert, aber sie hat nicht verstanden, was der Fehler war.
Analyse: Sie evaluiert nicht (kann nicht beurteilen, ob die Lösung gut ist). Und Debugging ist genau das, was sie üben sollte. → Outsourcing, problematisch fürs Lernen.
Arbeitet in Kleingruppen. Für jedes Szenario:
- Tendiert es zu Offloading oder Outsourcing?
- Warum? (Bezieht euch auf die zwei Fragen)
- Unterstützt oder behindert diese KI-Nutzung das Lernen?
Szenario 1: Im Studium nutzt jemand ChatGPT, um eine Gliederung für die Seminararbeit zu erstellen.
Szenario 2: Im Studium bittet jemand Copilot, ein komplexes Konzept zu erklären, das nicht verstanden wurde.
Szenario 3: Im Studium nutzt jemand KI als Sparringspartner, um die eigenen Argumente zu testen.
Grauzone: Die meisten Situationen sind weder rein Offloading noch rein Outsourcing. Was bestimmt, wohin es tendiert?
Für euch als Lehrende: Wo könnt ihr produktiv outsourcen? Wo sollten eure Studierenden es nicht?
Expert*innen können oft outsourcen, weil sie:
- die Ergebnisse evaluieren können
- nicht mehr lernen müssen, sondern arbeiten
Studierenden fehlt oft beides.