Kognition und Werkzeugnutzung

Werkzeuge verändern, welche Teile einer Aufgabe Menschen selbst ausführen. Für die lernpsychologische Analyse ist deshalb nicht nur relevant, welches Werkzeug eingesetzt wird, sondern welche kognitiven Operationen es übernimmt und ob diese Operationen zum Lernziel gehören.

Präsentation

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Cognitive Offloading bezeichnet die Nutzung externer Hilfsmittel, um kognitive Anforderungen zu verändern (Risko und Gilbert 2016). Dazu gehören alltägliche Hilfsmittel wie Notizen, Kalender oder Taschenrechner ebenso wie digitale Such- und Schreibwerkzeuge.

Werkzeugnutzung Übernommene Operation Mögliche Wirkung
Checkliste Erinnern an Schritte Aufmerksamkeit bleibt für Entscheidungen verfügbar
Taschenrechner arithmetische Ausführung Kapazität bleibt für die Problemstruktur verfügbar
Suchmaschine Faktenabruf Zugang ersetzt möglicherweise internes Wissen
Generative KI Formulieren, Zusammenfassen oder Argumentieren, … kann Teile der lernrelevanten Verarbeitung übernehmen

Ob eine Auslagerung lernförderlich oder problematisch ist, hängt von der Funktion der übernommenen Operation ab. Wird eine bereits beherrschte Routine ausgelagert, kann dies Kapazität freisetzen. Wird die Operation ausgelagert, durch die das angestrebte Schema aufgebaut werden soll, entfällt ein Teil des Lernprozesses.

Offloading und Outsourcing

Die Begriffe beschreiben keine festen Eigenschaften eines Werkzeugs:

  • Beim Offloading entlastet das Werkzeug die Bearbeitung, während die für das Lernziel relevante Verarbeitung bei den Studierenden bleibt.
  • Beim Outsourcing übernimmt das Werkzeug eine Operation, die die Studierenden für das Lernziel selbst ausführen sollten.

Dasselbe Werkzeug kann je nach Lernziel, Vorwissen und Aufgabenstruktur unterschiedlich eingeordnet werden. Eine Operation kann für fortgeschrittene Studierende Routine und für Anfängerinnen und Anfänger ein Lernziel sein. Beispielsweise kann ein Taschenrechner die Bearbeitung einer komplexen Aufgabe entlasten, würde hingegen beim Aufbau grundlegender Rechenfertigkeiten die zu übende Denkoperationen übernehmen.

Leistung und Lernen unterscheiden

Studierende können mit einem Werkzeug ein korrektes Ergebnis produzieren, ohne die dafür erforderlichen Schemata selbst aufgebaut zu haben. Sichtbar wird dieser Unterschied, wenn sie eine vergleichbare Aufgabe ohne die bisherige Unterstützung bearbeiten müssen (Bastani u. a. 2025; Stromberg u. a. 2026).

Zum Nachlesen

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Literatur

Bastani, Hamsa, Osbert Bastani, Alp Sungu, Haosen Ge, Özge Kabakcı, und Rei Mariman. 2025. „Generative AI Without Guardrails Can Harm Learning: Evidence from High School Mathematics“. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 122 (26): e2422633122. https://doi.org/10.1073/pnas.2422633122.
Risko, Evan F., und Sam J. Gilbert. 2016. „Cognitive Offloading“. Trends in Cognitive Sciences 20 (9): 676–88. https://doi.org/10.1016/j.tics.2016.07.002.
Stromberg, David, Victor Lei, und Yanhui Wu. 2026. „The Generative AI Learning Penalty: Evidence from Chinese Secondary Education“. SSRN Scholarly Paper No. 6868618. Rochester, NY, Prepublished Juni 2. https://doi.org/10.2139/ssrn.6868618.

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